Das Magazin


Zum Artikel: Die Welt der Riester-Produkte 12.04.2016

Die Welt der Riester-Produkte

Magazin: Allgemeines Rente
Evelyn Schneider

Wie in vielen Sparten der Finanzwelt gibt es auch bei der Riester-Rente eine Vielzahl von Produkten und Varianten. Auch heute noch nach mehr als einem Jahrzehnt seit der Einführung der Riester-Rente, gibt es enormen Aufklärungsbedarf. Wer sollte welches Riester-Produkt wählen?

Der Riester-Banksparplan

Eine einfache Variante ist der Riester-Banksparplan. Banksparpläne sind sehr beliebt und viele Sparer haben oder hatten bereits einen Banksparplan und können daher auf eigene Erfahrungen zurückgreifen. Aktuell sind Banksparpläne aufgrund der derzeitigen Zinslage weniger attraktiv geworden. Allerdings sind Riester-Banksparpläne aufgrund der zusätzlichen Förderungen und Steuervorteile attraktiver denn je. Allerdings lohnt hier ein näherer Blick auf die Angebote, denn bei Zinsen und Bonuszahlungen der Banken gibt es große Unterschiede.

Der Riester-Banksparplan ist ein staatlich geförderter und verzinster Sparvertrag, der keine Abschlusskosten nach sich zieht. Das macht den Riester-Banksparplan sehr transparent und flexibel, da selbst beim vorzeitigen Ausstieg kein Verlust entstehen kann. Allerdings sind aufgrund der Zinslage die Renditeaussichten nicht sehr attraktiv. Die Anbieter versuchen das jedoch durch anbieterspezifische Boni wettzumachen.

Der Riester-Fondssparplan

So wie traditionelle Fondssparpläne hohe Renditechancen bieten, können auch Riester-Fondssparpläne attraktiv rentieren. Der Unterschied ist, dass es einen garantierten Anteil gibt, zu dem Fondsgewinne dazukommen. Damit hat man als Anleger die Möglichkeit, einen rentablen aber auch sicheren Zusatz für die Altersvorsorge aufzubauen. Da die Börsenentwicklung zum Ende der Laufzeit bei Abschluss nicht absehbar ist, sollte man dafür Vorsorge treffen. Einige Anbieter haben dafür eine Option, die in den letzten Jahren vor Ablauf den Höchststand des Guthabens absichert. Damit wird erreicht, dass zum Ablauf im Falle einer schwächeren Börsenlage keine großen Verluste entstehen können.

Ein Riester-Fondssparplan ist ein staatlich geförderter Fondssparplan, bei dem das Geld in Aktien- und Rentenfonds angelegt wird. Je höher dabei der Anteil in Aktienfonds ist, desto höher sind die Ertragschancen. Der Sparer kann daher aus Zinsen, Dividenden und Kursgewinnen Erträge erhalten. In der Auszahlungsphase erfolgt die Zahlung monatlich. Das wird erreicht, indem das in der Ansparphase in einem Fondssparplan erwirtschaftete Geld in eine lebenslange Leibrente umgeschichtet wird. Die Rentenhöhe kann bei Vertragsbeginn nicht garantiert werden, da sich dieser erst am Ende der Laufzeit mit der Umschichtung ergibt.

Die Riester-Rentenversicherung

Die Riester-Rentenversicherung ist vor allem dann sinnvoll, wenn der Sparer den maximal förderfähigen Betrag einzahlt, um die vollen Grund- und Kinderzulagen zu erhalten. Da die Riester-Rentenversicherung im Vergleich zu anderen Sparformen einen höheren Kostenfaktor besitzt, lohnt es sich mit Kleinstbeträgen nicht so sehr. Die volle Zulage erhält der Sparer, wenn er 4 Prozent seines Vorjahresbruttoeinkommens, unabhängig der Zulagen, selbst in den Riester-Vertrag einzahlt.

Die klassische Riester-Rentenversicherung ist ein staatlich geförderter Rentenversicherungsvertrag, der wie eine traditionelle Rentenversicherung in die Anspar- und die Verrentungsphase eingeteilt wird. Sie besitzt eine Kapitalgarantie, die alle Riester-Produkte bieten und eine garantierte Mindestrendite von 1,25 Prozent auf den Sparanteil. Damit kann bereits bei Abschluss die Rentenhöhe ermittelt werden, die der Riester-Sparer mindestens zu erwarten hat.

Die Abschlusskosten werden, wie bei Rentenversicherungen üblich, mit den Sparbeiträgen in der Regel während der ersten fünf Jahre der Vertragslaufzeit bezahlt. Das macht den Ausstieg aus dem Vertrag oder eine Vertragsveränderung in Form einer Verringerung der ursprünglich vereinbarten Vertragsleistungen teuer. Sinnvoll ist es hier, sich die Angebote verschiedener Anbieter anzusehen, da es große Unterschiede bei Garantien und Anlageerfolgen gibt.

Der Riester-Bausparvertrag

Der Bausparvertrag ist ein Produkt mit langer Tradition. Er vereint viele Vorteile und kann auch als Riester-Bausparvertrag abgeschlossen werden. Diese Vertragsform bietet sich für Sparer an, die konkret für ein Eigenheim sparen. Die Vertragsbedingungen sind denen herkömmlicher Bausparverträge ähnlich. Jedoch bringen Riester-Bausparverträge einiges mehr an Zulagen und Steuervorteilen. Insofern ist die Riester-Variante dem traditionellen Bausparvertrag um einige Nasenlängen voraus.

Einer der wichtigsten Vorteile beim Bausparen ist, dass man bereits bei Abschluss des Vertrages die Konditionen für das spätere Darlehen festschreibt. Man hat somit vom ersten Tag an Planungssicherheit und kann sich niedrige Darlehenszinsen von 2,35 bis 2,65 Prozent für die spätere Finanzierung des Eigenheims sichern. Im Gegensatz zum traditionellen Bausparvertrag ist der Riester-Bausparvertrag auf die Verwendung für eigene wohnwirtschaftliche Zwecke gebunden.

Die Funktion eines Bausparvertrages basiert auf der Kombination aus einem Spar- und einem Darlehensvertrag. Der Bausparer spart über Jahre ein Mindestguthaben von je nach Tarif 30 bis 50 Prozent der Bausparsumme an. Dabei wird eine bausparkasseninterne Bewertungszahl ermittelt. Hat der Bausparer das Mindestguthaben und die notwendige Bewertungszahl erreicht, kann er ein Bauspardarlehen erhalten. Die Höhe des Darlehens entspricht dabei dem Restbetrag, der sich aus der abgeschlossenen Bausparsumme und dem davon abzuziehenden Guthaben ergibt.

Die Konditionen stehen dabei von Beginn an fest. Der Guthabenzins ist dabei vom gewählten Darlehenszins abhängig. Sprich, wenn man einen höheren Guthabenzins wählt, ist der Darlehenszins entsprechend höher. Es ergibt daher Sinn, einen geringen Darlehenszins zu wählen, auch wenn das ein paar Guthabenzinspunkte kostet.

Das Riester-Darlehen

Das Riester-Darlehen ist neben dem Riester-Bausparen eine weitere Form, eine Riester-Förderung für die Realisierung von selbstgenutztem Wohnraum zu erhalten. Wer eine Immobilie für den Eigenbedarf bauen oder kaufen möchte, kann für die Finanzierung dieses Vorhabens ein Riester-Darlehen beantragen. Für die Tilgung dieses Darlehens können die gleichen Zulagen und Steuervorteile wie für einen Riester-Sparvertrag genutzt werden. Riester-Darlehen können darüber hinaus sogar für eine Umschuldung oder für einen altersgerechten Umbau einer selbstgenutzten Immobilie verwendet werden.

Das Riester-Darlehen gibt es in verschiedenen Varianten wie zum Beispiel als Annuitätendarlehen von Banken oder als Kombination (Kombikredit) mit Darlehen von Bausparkassen. Solche Kombinationen bestehen aus einem Bausparvertrag und einem tilgungsfreien Darlehen. Das Darlehen wird verwendet, um die Bausparsumme bis zur Zuteilung des Bausparvertrags vorzufinanzieren. Die Konditionen entscheiden darüber, welche Variante günstiger ist. Die Riester-Förderung beschleunigt die Tilgung und macht den Darlehensnehmer schneller schuldenfrei und zieht Zinsersparnisse nach sich.

Riester-Darlehen werden nur von wenigen Banken angeboten. Kombikredite von Bausparkassen gibt es da schon häufiger, allerdings oft nur bis zu 70 bis 80 Prozent des Beleihungswertes. Die geförderten Beträge müssen übrigens im Alter versteuert werden.

Fazit:
"Riestern" kann man auf verschiedene Weise. Jeder sollte sich vorab über Vor- und Nachteile Jeder Variante bewusst werden und die Eignung für die eigene Situation überprüfen. Danach sollte dann die Auswahl des geeigneten Produktpartners erfolgen. Hier kann ein Ansprechpartner helfen, der Anbieterneutral agieren kann.



Das könnte Sie auch interessieren

Beiträge laden